Trollinger

Die Trollinger Rebe wird fast ausschließlich in Württemberg angebaut
Leider wird der Trollinger Rotwein viel zu selten als Prädikatswein ausgebaut

 

Trollinger

Die Trollinger Rebe wurde von den Römern an den Rhein gebracht
Außerhalb Württembergs hat der Trollinger eine nur eher ungeordnete Bedeutung

Die Trollinger-Rebe wurde von den Römern in das Rhein-Gebiet eingeführt. Heute ist diese rote Rebsorte hauptsächlich in Württemberg beheimatet. Im Neckartal gilt der Trollinger als Inbegriff der Schwäbischen Weinkultur. Außerhalb des Schwabenlandes sucht man diese Vorliebe zum Trollinger Rotwein in Deutschland vergebens, da diese Rebsorte selten als Prädikatswein gekeltert wird. Lediglich als Tafeltraube findet man die Trollinger-Beere unter der Bezeichnung Black Hamburg in weiterer Verbreitung. Im 18. Jahrhundert gelangte die Traube von Hamburg nach England, wo sie heute durchaus in größerer Anzahl in Gewächshäusern als Tafeltraube angebaut wird.

Aroma, Bouquet und Farbe des Trollinger

Der Trollinger aus Württemberg wird selten als Prädikatswein ausgebaut, da der Ertrag der Rebe hoch ist. Sehr häufig wird die Rebsorte mit Lemberger verschnitten (Lemberger Trollinger oder auch Trollinger mit Lemberger). Verschnitten oder rein, der Rotwein ist schnell trinkreif und benötigt kaum Lagezeiten.
Ein guter Trollinger Rotwein ist von der Farbe kräftig und rubinrot. Seine Aromen sind frisch. Er wird auch gerne als „saftig“ beschrieben, was seine Beliebtheit in Württemberg ausmacht. Der Trollinger wird gelegentlich auch als Weißherbst gekeltert. Als eigenständige Sorte gilt der Muskat-Trollinger, der durchaus gute Weine mit einem zarten Muskat-Aroma hervorbringen kann.

Anbau des Trollinger

Die Trolling-Traube gilt als nicht spät reifend, kann in Deutschland aber nur in guten Hanglagen zur Vollreife kommen. Die Rebe gilt sehr „wuchsfreudig“ und der Ertrag ist sehr hoch. Durch die oftmals ausbleibende Ertragsminderung bleibt auch die Qualität des Trollingers oftmals unter dem Durchschnitt. Jedoch sind einige Winzer bemüht, durch strenge Rebenziehung eine Qualitätsverbesserung zu erreichen.
In Deutschland wird diese Rebsorte überwiegend in Württemberg angebaut. Dort gilt der Trollinger als die meist angebaute rote Rebsorte. Nach Angaben des Statistischen Landesamt Baden-Württemberg war der Riesling 1990 mit 2616 Hektar Weinanbaufläche die wichtigste Rebsorte in Württemberg. Gefolgt vom Trollinger mit 2463 Hektar Anbaufläche. Zusammen belegten die beiden Rebsorten ungefähr die Hälfte der württembergischen Rebsorten.
Im Jahr 2008 tauschten die Rebsorten ihre Plätze. Der Trollinger übernahm mit 2497 Hektar die Führung. Gefolgt vom Riesling mit 2083 und dem Schwarzriesling mit 1738 Hektar. In Baden nimmt der Trollinger keine Spitzenposition ein. Hier dominieren der „Blaue Spätburgunder“, der „Müller-Thurgau“ und der Ruländer, so dass der Trollinger in den zusammengefassten Zahlen von Baden-Württemberg nicht unter den ersten drei Plätzen auftaucht.
Die Rebe wird neben Baden auch in Rheinhessen und der Pfalz kultiviert. In diesen Weinanbaugebieten hat der Trollinger jedoch durchweg eine untergeordnete Bedeutung.

Zu welchem Gericht passt ein Trollinger Rotwein?

Ein Glas Trollinger ist der ideale Start begleitend zu einer kalten Vorspeise. Gerade Schinken oder rohes Fleisch sind hier eine gute Kombination. Nudelgerichte mit Tomatensauce sind ebenfalls Gerichte, zu denen bedenkenlos ein Trollinger gereicht werden kann.

Bekannteste Synonyme des Trollinger

Black Gibraltar, Black Hambourg, Frankenthaler, Maltheser Roth, Schwarzblauer Trollinger, Zottelwälscher und Zottler

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