Wein aus Italien

Unterschiedliche Herstellungsverfahren bereichern den italienischen Wein
Vier Qualitäts-Kategorien unterteilen den italienischen Wein

 

Italienische Weine

Barbera: Italienischer Wein hat auch wirtschaftlich eine große Bedeutung
Barbera: Die Bezeichnung „Riserva“ bei einem italienischen Wein deutet auf eine überdurchschnittlich lange Fasslagerung hin

Der Weinanbau hat in Italien nicht nur eine lange Tradition, sondern ist auch wirtschaftlich von großer Bedeutung. Italienreisende wundern sich nur kurz, dass jedes Gebiet, jede Region voller Stolz mit seinem eigenen Wein wirbt. Schon für die Römer war der Weinbau derart wichtig, dass sie die Kultivierung der Reben in fast ganz Europa etablierten. Dabei beginnt die Geschichte des italienischen Weinbaus eigentlich in Griechenland. Bereits 1000 vor Christus pflanzten die Griechen im Mittelmeerraum Rebstöcke. So entstanden damals in Sizilien und Kalabrien bedeutende Handels-Stützpunkte. Von dort aus verbreitete sich die Weinrebe immer weiter nach Norden.
Typisch für italienische Weine ist die Vielfalt, die zum einen durch die unterschiedlichen natürlichen und klimatischen Bedingungen der einzelnen Regionen bedingt ist, zum anderen aber auch durch die Vielzahl der angebauten Traubensorten und die unterschiedlichen Weinherstellungsverfahren. Leider produzieren die Winzer in Italien nach wie vor den größten Teil der italienischen Weine als Massenweine. Gerade die Weingegenden Apuliens, Siziliens, Latiums und Veneto sind berühmt berüchtigt für ihre Tafelweine. Diese Weine werden in der Regel von europäischen Großkellereien aufgekauft und gelangen so als Verschnittwein in den Handel.

Qualitäts-Kategorien des italienischen Wein

Weine werden in Italien in vier Qualitäts-Kategorien unterteilt. Der einfachste Wein ist der Vino da tavola, der Tafelwein. Eine höhere Qualitätsstufe stellen die IGT-Weine dar, wobei man unter dieser Bezeichnung mitunter bereits sehr hochwertige Weine findet. Das D.O.C.-Siegel erhalten Qualitätsweine, die aus genau bestimmten Anbaugebieten stammen. Rund 10 Prozent der italienischen Weine tragen dieses Siegel. Die höchste Qualitätsstufe ist die D.O.C.G.- Klassifizierung. Diese Weine werden regelmäßig staatlich kontrolliert und müssen zusätzliche Bedingungen erfüllen. Es gibt in Italien 37 D.O.C.G.-Gebiete, größtenteils im Piemont. Neben diesen Qualitätskategorien findet man noch weitere Klassifizierungen, wie zum Beispiel „Riserva“, was auf eine überdurchschnittlich lange Fasslagerung hinweist. Weine mit dem Zusatz „Superiore“ haben einen besonders hohen Alkoholgehalt. Italienische Weine dürfen übrigens nicht mit Zucker versetzt werden, erlaubt ist jedoch das Anreichern mit starkem Most.

Italien: Toskana, Piemont und die Lombardei

Die bedeutendsten italienischen Weinbauregionen sind die Toskana, das Piemont, die Lombardei und Sizilien. Die Toskana ist vor allem durch den Chianti bekannt, der rund ein Drittel der Weinproduktion in dieser Region ausmacht. Auch der Brunello wird hier hergestellt, ein besonders hochwertiger D.O.C.G.-Rotwein. Im Piemont wird hauptsächlich Rotwein angebaut. Ein bekannter Wein dieser Region ist der rote Barolo, der aus der Rebsorte Nebbiolo hergestellt wird. Eines der besten italienischen Weißweingebiete ist das Friaul. Auf Sizilien werden zwar nur wenige D.O.C.- aber sehr gute IGT-Weine hergestellt. Bekannt ist Sizilien für den Marsala, einen Starkwein, der durch ein spezielles Verfahren gewonnen wird.

Wein aus Italien in Zahlen

Statistiken der Weinwirtschaft von 2013 besagen, dass Italien fast ein Viertel (22 Prozent) des globalen Wein-Marktes beherrscht. Nach Angaben der Statistikbehörde ISTAT stieg der Export italienischer Weine um 12 Prozent. Rund 24 Millionen Hektoliter Wein werden demnach von Italien exportiert. Hauptabnehmer des italienischen Weines sind die USA, gefolgt von Deutschland und Großbritannien. Demnach hat Italien Frankreich in 2010 als weltweit größten Weinproduzenten abgelöst. In 2010 war die Bundesrepublik noch Hauptabnehmer des italienischen Exportweines. Dicht gefolgt von den USA. Dritter Hauptabnehmer ist Großbritannien.
Nach Daten des Italienischen Institut für Außenhandel von 2013 beläuft sich die Weinanbaufläche in Italien auf 684 000 Hektar. Dies ist ein deutlicher Rückgang der Weinanbaufläche. Im 1980 belief sich die Weinanbaufläche Italiens noch auf stolze 1,23 Mio. Hektar. Die staatliche Wirtschaftsvertretung sieht darin ein sicheres Indiz „für die Wende zum Anbau von Qualitätsweinen“.
Die ertragreichste Region Italiens ist demnach seit vier Jahren (2010) Venetien mit 8,18 Mio. Hektoliter. Es folgen Emilia Romagna, Apulien, Sizilien und Venetien, die zusammen für fast 60 Prozent der italienischen Weinproduktion verantwortlich sind.

Berühmte italienische Weine und Weinanbaugebiete

Piemont: Heimat des Barbaresco und Barolo
Piemont ist bei deutschen Urlaubern sicherlich nicht die beliebteste italienischen Region. Ihr fehlt als Urlaubsregion der Strand und das Meer. Permont hat jedoch das Alpenvorland und eine Seite des Lago Maggiore zu bieten. Wer als Weinliebhaber die Piemont bereist, ist eher auf der Suche nach dem Barolo und dem Barbaresco. Beide Weine stammen aus Langhe im Piemont und werden aus der Nebbiolo-Traube gekeltert.
Weitere Köstlichkeiten aus Piermont sind Trüffel und der Asti Spumante

Toskana: Brunello di Montalcino
Weinanbau hat in der Toskana eine uralte Tradition. Berühmtester Wein aus der Toskana ist sicherlich der Chianti Classico. Leider gilt die Toskana mit seinem Toskana noch heute als Inbegriff des italienischen Billigweines. Abseits von Wein in Kartons und Mehr-Liter-Flaschen werden in der Toskana einige hervorragende Weine gekeltert. Zu nennen ist der Brunello di Montalcino, der Carmignano, Morellino di Scansano, Vino Nobile die Montepulciano und der Vernaccia die San Gimignano.

Emilia-Romagna: Albana
Ein unter Weinkennern weniger schmeichelhaften Ruf hat die Emilia-Romagna-Region. Hier werden, nur übertroffen von der Region Venetien, hauptsächlich Massenweine produziert. Nur wenige herausragende Weine stammen aus dieser Region. Hier ist der Albana oder der Trebbiano di Romagna zu nennen.

Top 5 der italienischen Weine 2012

Zur Top 5 der italienischen Weine 2012, basierend auf einem Monitoring der wichtigsten internationalen Wein-Zeitschriften, gehören die folgenden Weine:

  • Platz 1 (22,5%): Ornellaia und Sassicaia
  • Platz 2 (17,8%): Ruffino
  • Platz 3 (14,1%): Barolo
  • Platz 4 (11,6%): La Rocca und Calvarino, Pieropan aus Venetien
  • Platz 5 (9,5%): Aglianico von Mastroberardino

Italienische Weinanbaugebiete

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